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Kinder mit Juveniler Neuronaler Ceroid-Lipofuscinose (JNCL)

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Neurologische Symptome: Sie treten in Form epileptischer Anfälle auf, die als sehr markante und schwerwiegende Begleitsymptome der JNCL einzustufen sind. Erste epileptische Anfälle (in der Regel in Form generalisierter Anfälle) tauchen bei Kindern mit JNCL überwiegend nach dem 10. Lebensjahr auf (Kohlschütter u.a. 1988). Sie sind für Ärzte sehr oft der diagnostische Fingerzeig, daß es sich bei dem vorliegenden Krankheitskomplex um ein neuronal begründetes Leiden handelt.
Der große generalisierte (Grand-mal) Anfall ist der bei der JNCL vorherrschende Anfallstypus. Es kommen aber auch andere Anfallsformen vor, z.B. der myoklonische Typ sowie Absencen. In der Regel sind die Epilepsien der JNCL medikamentös leicht kontrollierbar. Während der Pubertät kann die medikamentöse Einstellung der Epilepsie jedoch aufgrund hormoneller Schwankungen erschwert werden (Boustany u. Filipek 1993).

Motorische Auffälligkeiten: Erste motorische Symptome der JNCL sind um das 10. Lebensjahr in Form von Auffälligkeiten des Gangbildes zu beobachten (Zeman/Goebel 1992). Die Kinder zeigen Unsicherheit beim Gehen und fallen häufiger hin. Zwar sind die meisten von ihnen zu dem Zeitpunkt, da die ersten motorischen Auffälligkeiten bemerkbar werden, bereits völlig erblindet, doch sind diese Bewegungsunsicherheiten nicht ursächlich auf die Erblindung zurückzuführen.
Ihre anfangs leichte Ungeschicklichkeit weitet sich aus zu einer Störung der Koordination von Bewegungsabläufen (Dyssenergie) und führt schließlich zum Verlust der Fähigkeit, komplizierte Bewegungsabläufe auszuführen (z.B. Schnürsenkel binden).
Das Gang- und Haltungsbild von Kindern bzw. Jugendlichen mit JNCL prägt sich im weiteren Verlauf der Erkrankung in charakteristischer Weise aus: Kleinschrittiger, schlurfender Gang, mit anfangs leichter, später stärkerer Rigidität der gesamten Muskulatur. Den Kindern fällt es zunehmend schwerer, gerade zu stehen. Außerdem treten Gleichgewichtsstörungen auf. In charakteristischer Haltungsanomalie die Kinder bzw. Jugendlichen stehen leicht vornübergebeugt und haben die Knie eingeknickt .
Die wachsende Neigung zu allgemeiner motorischer Antriebsarmut (Hypokinese), die sich z.B. in allgemeiner Bewegungsarmut, Langsamkeit und der Schwierigkeit zeigt, begonnene Aktionen zu Ende zu führen, wird nur zeitweilig durch hohe motorische Unruhe unterbrochen. Die Fähigkeit zu großer Kraftentwicklung bleibt lange erhalten.
Infolge der fortschreitenden hirnneuronalen Schädigung kommt es im späteren Verlauf der JNCL zu spastischen Lähmungen, Tonusschwankungen (Dystonie) und blitzartigen Zuckungen (Myoklonie) (Kohlschütter u.a. 1988). Der Abbau führt im Durchschnitt im 17. Lj. zu völliger Steh- und Gehunfähigkeit, so daß die Jugendlichen in diesem Alter mehr und mehr auf den Rollstuhl angewiesen sind .

Die Sprache: Von der Degeneration des Gehirns sind auch die die Sprache steuernden Hirnregionen betroffen. Die Folge ist u.a. eine zentrale Sprachstörung (Aphasie). Die fortschreitende globale Atrophie der Sprachzentren kann bei der JNCL bis hin zum völligen Verlust der aktiven Sprache führen. Das passive Sprachverständnis hingegen bleibt bei Kindern und Jugendlichen mit JNCL lange erhalten.
Zusätzlich zur Aphasie beeinflußt eine zunehmend schwere Dysarthrie die Fähigkeit zur sprachlichen Kommunikation. Die Dysarthrie ist eine Sprechstörung infolge einer Schädigung der an der Sprechmotorik beteiligten Hirnzentren und Nervenbahnen. Sie zählt somit zu den motorischen Ausfallerscheinungen.
Die Sprach- und Sprechstörung wird zwischen dem 10.-14. Lj. auffällig (Kohlschütter u.a. 1988). Anfängliche Symptome sind stockendes, verlangsamtes Sprechen, verbunden mit Wortfindungsschwierigkeiten. Später treten Perseverationen auf. Dabei werden Wörter oder Sätze zwanghaft und ausdauernd wiederholt (Echolalie). Dies wird zum Teil als organisches, zum Teil auch als psychisches Symptom gewertet. Stottern und unartikuliertes Stammeln, eine gestörte Laut- und Satzbildung, ein Aneinanderreihen von Satzbruchstücken und Echolalie gehören zu typischen Symptomen des sprachlichen Abbaus bei der JNCL (Gombault 1985).
  
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